Telemedizin
Industrieausstellung, Ebene 0, Stand B69



Telemedizin als innovative Kooperationsform stellt nicht nur eine wohnortnähere intensivmedizinische Versorgung, sondern kann auch das Behandlungsergebnis verbessern. Der Nutzen der Telemedizin für den Notfall-Patienten wird auch anhand der besseren Versorgung infolge der Übertragung präklinischer detaillierter Patientendaten an den Tele-Notarzt möglich. In der Intensivmedizin kann Telemedizin nicht nur helfen absehbare Engpässe aufgrund des demographischen Wandels zu kompensieren, sondern auch schon jetzt das Behandlungsergebnis verbessern.

Hohe Akzeptanz bei Patienten und Anwendern sowie leistungsfähige Netz-Infrastrukturen auch in der Fläche lassen neue Konzepte in der Gesundheitsversorgung erproben und bei positiver Nutzenbewertung dauerhaft realisieren. Beispiele hierfür sind, die multimodale Rehabilitation mit telemedizinischer Unterstützung nach überstandener Akuterkrankung in der Alterstraumatologie oder auch einrichtungsübergreifende und interdisziplinäre Konsultationsdienste wie in der Infektiologie.

Telemedizin ermöglicht es hier, wie auch der Bereich der Intensiv- und Notfallmedizin, lokal begrenztes Expertenwissen zu multiplizieren und in der Fläche 24/7 verfügbar zu machen. Robuste und interoperable technische Infrastrukturen erleichtern den Transfer in die Routine, um diese Form ärztlicher Kooperation auch in Zukunft zum Nutzen der uns anvertrauten Patientinnen und Patienten einzusetzen.

Die technische Weiterentwicklung und positive Erfahrungen in der Tele-Intensivmedizin ermöglichen insbesondere für das Anwendungsfeld Intensivmedizin eine Erweiterung des Ansatzes. In Zukunft wird zusätzlich zu täglichen gemeinsamen Visiten oder der 24/7-Verfügbarkeit einer Zweitmeinung per Datenleitung, eine algorithmenbasierte, kontinuierliche Vital- und Labordatenauswertung proaktiv die Kommunikation unter Intensivmedizinerinnen und Intensivmedizinern unterstützen.

Demonstrationen zur Telemedizin finden in der Ebene 0 am Stand B69 von Mittwoch, 6. Dezember bis Freitag 8. Dezember jeweils um 12 Uhr und 14 Uhr statt. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Das Telemedizinzentrum der Uniklinik RWTH Aachen führt derzeit in der Region Aachen telemedizinische Projekte in der Intensivmedizin, Notfallmedizin, Alterstraumatologie, Kardiologie und Rehabilitation durch. Telemedizin für den Notfall-Patienten verbessert nicht nur die Umsetzung von Leitlinien, sondern optimiert durch Übertragung präklinischer detaillierter Patientendaten in die Klinik die gesamte Prozesskette der Notfallversorgung. In der alterstraumatologischen Rehabilitation optimiert telemedizinische Unterstützung die Rehabilitationsplanung und hilft, auch durch Reduktion von Unterbrechungen des Reha-Aufenthaltes das Behandlungsergebnis zu verbessern.

Die Zahl der Kliniken, die an regelmäßigen teleintensivmedizinischen Visiten teilnehmen, hat weiter zugenommen. Die Klinik für Operative Intensivmedizin der Uniklinik RWTH Aachen koordiniert seit Anfang 2017 das Innovationsfondsprojekt TELnet@NRW. In diesem sektorenübergreifenden Projekt untersucht das Projekt-Konsortium gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Münster den Effekt einer zusätzlichen telemedizinischen Versorgung in der Infektiologie und Intensivmedizin in 17 Krankenhäusern sowie in zwei Ärztenetzen mit über 100 Praxen.

Sie können sich auf dem DIVI 2017 nicht nur über das TELnet@NRW-Projekt informieren, sondern auch Telemedizin live erleben und sich über neu entwickelte IT- Lösungen für die Telemedizin informieren. Erleben Sie die neuesten Entwicklungen im spannenden und innovativen Bereich der Intensiv- und Notfallmedizin selbst!